In der Reihe Toolbox Treppenbau wollen wir euch bewehrte und getestete Werkzeuge, Tools und Hilfsmittel vorstellen, die wir alle schon sehr lange im Einsatz haben. Diese Werkzeuge sind nicht gesponsort, sondern alle von dem Mitgliedern der Treppenakademie selbst entworfen, gekauft oder entwickelt und wir erhalten keinerlei Provisionen, wenn ihr euch das eine oder andere Wekzeug zulegt.

Teil 5 - Woodpecker Stufen-Messgerät (Stair Gauge)

Treppenstufen zwischen zwei Wänden einzupassen ist immer etwas mühselig, wenn man nur eine Schmiege und einen Zollstock zur Verfügung hat. Den ersten Winkel abnehmen und auf den Stufenrohling übertragen, dann die Länge messen, übertragen und zum Schluss den zweiten Winkel abnehmen und auch diesen auf den Rohling übertragen. Funktioniert, kostet aber einfach zu viel Zeit. Schneller geht es, wenn man gleich zwei Schmiegen zur Hand nimmt. Linker Winker, rechter Winkel und dann noch die Länge und man hat gleich 1/3 der Zeit gespart. Noch schneller und fehlerfrei gelingt es mit dem Stair Gauge von der Firma Woodpecker. Als modulares System aufgebaut, kann man fast alle Größe von Stufen damit abdecken. Einfach auseinanderziehen, Winkel links und Winkel rechts einstellen und als fixierte Schablone auf den Stufenrohling übertragen. So werden Mess- und Übertragungsfehler vermieden. Ein kleines Defizit hat das Woodpecker System allerdings. Eckstufen lassen sich nicht mit einer Messung erfassen. Ansonsten aber ein Profi-Messgerät, welches Top in der Verabeitung und im Handling ist. Und die Verpackung im Systainer läßt auch keine Wünsche offen.

Wir haben hier noch ein kleines Video angefügt.

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In der Reihe Toolbox Treppenbau wollen wir euch bewehrte und getestete Werkzeuge, Tools und Hilfsmittel vorstellen, die wir alle schon sehr lange im Einsatz haben. Diese Werkzeuge sind nicht gesponsort, sondern alle von dem Mitgliedern der Treppenakademie selbst entworfen, gekauft oder entwickelt und wir erhalten keinerlei Provisionen, wenn ihr euch das eine oder andere Wekzeug zulegt.

Teil 4 - Gehrungsschablone für runde Handläufe

Treppenhandläufe können durch Pfosten voneinder getrennt ausgeführt werden, Das ist sicher nicht falsch, aber schöner, eleganter und von vielen Kunden bevorzugt ist ein durchgehender Treppenhandlauf. Was bei einem Brüstungsgeländer mit einer einfachen Gehrung keinerlei Probleme bereiten sollte, sieht bei Treppenhandläufen schon ganz anders aus. Das gilt besonders, wenn die Handläufe zum Beispiel noch gewendelt, konkarv oder konvex ausgeführt sind. Es gibt keine gerade, ebene Fläche mehr, die uns ein Anlegen an einem Maschinenanschlag ermöglicht.

Mit einer einfachen Gehrungsschablone gelingt das Zuschneiden durchgehender Handläufe im Treppengeländer ganz einfach. man benötigt ein Stück quadratischen Hohlprofil zum Beispiel 50x50 mm, schneidet in der Werkstatt eine Gehrung von 45 Grad an und versieht das Hohlprofil mit zwei Gewindebohrungen. Das Hohlprofil wird auf der Baustelle über den runden Handlauf geschoben, mit Schrauben durch die Gewindebohrungen fixiert und schon kann der Handlauf problemlos abgelängt werden. Diese Art der Gehrungsschablone funktioniert nicht nur bei 90 Grad Ecken, sondern bei jeder anderen Gradzahl auch. Selbstverständlich lassen sich so nicht nur Rundhandläufe aus Stahl oder Edelstahl zuschneiden, auch bei Holzhandläufen ist diese Gehrungsschablone eine große Hilfe.

Hier ein kleines Video zu der selbsthergestellten Gehrungsschablone.

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Teil 3 - Der Sägesattel

Im Treppenbau sind gebogene Bauteile an der Tagesordnung. Krümmlinge für Wangentreppen oder Handläufe sind für viele tägliche Praxis. Um einen solchen Krümmling sicher an der Bandsäge ausschneiden zu können, ist der Sägesattel ein unverzichtbares Hilfsmittel. Ohne den Sägesattel ist ein Auflegen des Krümmlings auf der hohlen Seite unmöglich. Bei jedem Versuch, ohne  den Sägesattel zu arbeiten, würde die Bandsäge das Werkstück nach unten reißen, es verklemmen und es könnte zu Verletzungen kommen.

Der Sägesattel läßt sich ganz einfach selbst herstellen. Die Basis bildet eine stabile Platte aus Multiplex, oder Leimholz, groß genug, um sie an den Maschinentisch der Bandsäge zu spannen. In die Basis eingebohrt und eingeklebt ist ein Rundstab mit 50-60 mm Durchmesser, der oben abgerundet ist. Die Länge des Rundstabes richtet sich nach dem Bandsägentyp. Man muss zwischen den Führungsrollen und dem Sägesattel so viel Platz haben, dass die Werkstückdicke hindurchpaßt und gleichzeitig muss der Rundstab hoch genug sein, damit der Krümmling beim Ausschneiden nicht auf dem Maschinentisch aufsetzt. Für die meisten Krümmlingsradien paßt die Konfiguration mit einem 50-60 mm Rundstab perfekt, aber man kann natürlich davon auch abweichen.

In unserem Video "Ausarbeitung eines Handlaufkrümmlings" haben wir das Arbeiten mit dem Sägesattel dargestellt. Hier der Link dazu.

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Teil 2 - Die Piher Drehstütze

Drehstützen sind für die Montage von Treppen nahezu unverzichtbar. Wangen, Stufen, Tragholme oder Geländer müssen bei der Montage abgestützt und justiert werden. Und manchmal muss man die einzelnen Bauteile auch in die richtige Position drücken. Genau für diese Aufgabenbreite ist die Piher- Drehstütze das richtige Werkzeug. Was unterscheidet die Piher Drehstütze von anderen Drehstützen auf dem Markt? Die mögliche Lastaufnahme von bis 450 kg ist der entscheidende Unterschied. Andere Drehstützen kommen im Treppenbau schnell an die Belastungsgrenze und dann kann es schnell gefährlich werden, wenn die Stütze versagt. Die Piher hat genug Leistungsreserven um auch eine schwere Stahltreppe zu halten.

Und auch das Handling überzeugt in der täglichen Praxis. Entriegeln, auseinanderziehen und mit einer Drehbewegung die Feinjustierung vornehmen. Anheben, ablassen, Druck aufbauen oder nachlassen - mit der Piher Drehstütze - ein Kinderspiel. Die Stützen gibt es in 4 Längen, mit einer Bandbreite von 60 - 375 cm lassen sich so alle Aufgaben im Treppenbau perfekt realisieren.

Ein Tool, was in keiner Treppenbauer-Werkzeugkiste fehlen sollte. Und hier noch das offizielle Video von Piher.

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In der Reihe Toolbox Treppenbau wollen wir euch bewehrte und getestete Werkzeuge, Tools und Hilfsmittel vorstellen, die wir alle schon sehr lange im Einsatz haben. Diese Werkzeuge sind nicht gesponsort, sondern alle von dem Mitgliedern der Treppenakademie selbst entworfen, gekauft oder entwickelt und wir erhalten keinerlei Provisionen, wenn ihr euch das eine oder andere Wekzeug zulegt.

Teil 1 - Der Grabo Akku-Sauger

Im Treppenbau gibt es immer wieder Situationen und Materialien, die schwierig zu halten, einzufügen oder bei der Montage zu kontrollieren sind. Es fehlt einfach manchmal ein Griff zum Anfassen. Genau dieser fehlende Griff ist der Grabo Akku-Sauger. Bei Glas haben wir alle schon seit Jahren die Glassauger im Einsatz, aber bei Oberflächen aus Stahl, Holz, Holzwerkstoffen, Corian oder Beton halten die "normalen" Glassauger nicht. In der Regel ist die Oberfläche einfach zu rau und uneben. Durch die Vakuumpumpe im Grabo Akku-Sauger wird dieser Nachteil ausgeglichen, da diese permanent ein Vakuum erzeugt. Super einfach in der Handhabung und im optional erhältlichen Systainer perfekt geschützt. Einschalten, Ansetzen, Festsaugen und Anheben - Fertig. Mit einer Halte- bzw. Hebeleistung von bis zu 120 kg ist der Mensch eindeutig das schwächere Glied in der Kette. Mit knapp 400 Euro ist die Investition überschaubar und hat sich schnell amortisiert.

Ein Top-Werkzeug, dass in keiner Treppenbauer Werkzeugkiste fehlen sollte.

Hier gibt es noch ein kurzes Video zum Grabo Akku-Sauger.

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Es klinkt absurd, dass ausgrechnet Holz ein perfekter Brandschutz für Stahl sein soll. Wie soll das gehen? Wir alle kennen Holz als das perfekte Brennmaterial für unseren Kamin, für das Lagerfeuer oder den Grill. Aber wir alle kennen und schätzen Holz auch als Werkstoff mit sehr guten thermischen Dämmeigenschaften. Ein 120 mm dicke Massivholzwand erreicht leicht die gleichen Dämmwerte wie eine 360 mm dicke Mauerwand. Und genau da liegt das Geheimnis von Holz.

Stahl, als stabiler, günstiger und filigraner Werkstoff, eignet sich perfekt für die unterschiedlichsten Stützkonstruktionen vom Dach bis zur Treppe, hat aber den Nachteil, dass es schon bei einer Temperatur von 500 Grad rund die Häfte seiner Stabilität verliert. Um es einfach zu formulieren. Im Brandfall wird ungeschützter Stahl schnell butterweich. Die Folge ist ein Versagen der Tragfähigkeit. Um dies zu verhindern, wurden und werden Stahlkonstruktionen mit Ummantelungen oder Verkleidungen aus Beton, Putz, Gipsfaserplatten oder änlichem abgeschirmt. Alternativ dazu wurden aufschäumende Brandschutzanstriche aufgebracht. Alle Massnahmen mit dem Ziel, die Wärme so lang wie möglich vom Stahl weg zu halten. Jedoch haben diese Varianten häufig ökologische, ökonomische oder ästhetische Nachteile.

Die Ingenieure Florian Tabeling und  Stefan Sandbrink vom Ingenieurbüro SHL aus Hannover haben zusammen mit Herrn Prof. Dr. Ing. Peter Schaumann vom Institut für Stahlbau, ebenfalls aus Hannover, jetzt den Nachweis erbracht, dass Holz ein perfekter Brandschutz für Stahl ist. Die ausgezeichteten thermischen Dämmeigenschaften in Kombination mit dem natürlichen Brandschutzeigenschaften von Holz - dem Verkohlen - schützen den Stahl effektiv vor der kritischen Erwärmung. In mehreren Versuchsreihen ist es ihnen gelungen den Temperaturverlauf im Brandfall nachzuweisen, der deutlich unterhalb des krittischen Wertes des Tragfähigkeitsverlustes geblieben ist.

Die Erkenntnis der isolierenden Verkohlungsbildung in Kombination mit der Abbrandgeschwindigkeit läßt sich auch im Treppenbau sehr gut anwenden. Zum Beispiel erfüllen in die Holzstufen eingebettete Stufenträgersysteme aus Stahlprofilen die Anforderungen an eine F30 Klassifizierung, ohne dass die Stahlteile zusätzlich geschützt werden müssen. Das bringt neue Möglichkeiten der Gestaltung und des Materialeinsatzes mit sich. Die neue "gestalterische Freiheit" ist im besonderen bei etagenverbindenden Wohnungstreppen von Vorteil. Eine Brandschutz-beschichtete Treppe wird im öffentlichen Treppenraum sicher noch akzeptiert, aber im privaten Wohnbereich möchte kaum ein Kunde eine solche Beschichtung haben.

Auch wenn diese Art des Brandschutzes mit Holz noch in der wissenschaftlichen Erprobungshase ist, lassen sich schon heute in Praxis diese Erkenntnisse umsetzen. Die Zukunft wird zeigen, ob Brandschutz-Sachverständige, Prüfer und Gutachter diesen Weg mitgehen und sich bei der Umsetzung immer strenger werdender Anforderungen flexibel zeigen. Einem hochwertigen Wohnraum und Lebensgefühl kann man dies nur wünschen.

Hier der Link zum wirklich sehr interessante Beitrag der Ingenieure Tabeling, Sandbrink und Prof. Schaumann.

Holz als konstruktiver Brandschutz - Informationsdienst Holz 

Vielen Dank an die Autoren für die Möglichkeit der Veröffentlichung und Verbreitung.

Treppen sind immer auch ein Zeugnis ihrer Zeit und Besitzer. Und so veraten extravagante Treppenantritte  dem Besucher immer auch etwas über die Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner. Bekannt und relativ häufig sind Löwen oder Delphine am Treppenantritt, wie wir in einem Blogbetrag bereits berichtet haben. Seltener und deshalb spektakulärer sind die Exoten. Und das ist sprichtwörtlich zu verstehen. Ein Beispiel ist der Leguan im Senckenberg-Museum in Görlitz. Der Leguan paßt perfekt zum Naturkundemuseum, dessen Gründer Johann Christian Seckenberg als Arzt und Naturforscher im 18. Jahrhundert die Welt bereiste und immer neue Funde aus Flora und Fauna untersuchte.

Ein weiteres Beispiel zu der Nähe von Architektur und Wissenschaft läßt sich an dem Schlangenkopf-Handlauf eines Universitätsgebäude ablesen. Dabei kann das echte Aussehen beim ersten Besuch schon erschrecken, da das Tier ja auch einem Labor entwischt sein könnte. Aber auch hier zeigten die Architekten ein feines Gespür für Details.

Auch der Treppenantritt unseres Titelbildes ist nicht ohne  Grund so gewählt. Als Zugang zu einer Kirche symbolisiert er die Werte der Kirche - Schutzraum zu sein und jedem ein Dach über dem Kopf zu bieten. Auch die Geländerfüllung greifen das Thema wieder, indem der obere Anschluß einer Bischopfsmütze nachempfunden ist.

Leider sind dies Art der Personalisierung etwas aus der Mode geraten. Standard-Lösungen aus dem Katalog dominieren die meisten Treppen. Es wäre wünschenswert, wenn wieder mehr Bauherrinnen und Bauherren Mut zu einer persönliches Note finden würden. Ganz egal was die Passion oder der Beruf der Besitzer ist, mit einem extravaganten Treppenantritt läßt sich das wunderbar zum Ausdruck bringen.

Für Berliner Wohnhäuser des ausgehenden 19. Jahrhunderts wurden aufgesattelte Podesttreppen zu einem Markenzeichen. Vielfältig in der Ausführung und Ausstattung erfreuten sich diese Treppen in sehr ähnlich angelegten Grundrissen sehr großer Beliebtheit.  Aufgrund baupolizeilicher Festlegungen, mussten diese Holztreppen im Zuge des Brandschutzes auf der Unterseite verputzt werden. Also schufen Architekten und Handwerker eine Konstruktion aus sehr stark dimensionierten, aufgesattelten Wangen und einer dazwischen liegenden Verkleidung aus Schalung, Schilfrohrmatten und Kalkputz, die den Anforderungen des Brandschutzes genügte. Die Wangen wurden aufgrund der Dicke von mindestens 70 mm von der Verkleidung ausgespart, da schon damals der Verkohlungseffekt von Holz bekannt war. Für die Gestaltung der Treppenhäuser war die verputzte Unterseite kein Nachteil. Diese Fläche wirkt wie ein eingerahmtes Bild und ließ sehr viel gestalterischen Spielraum für Farben, Verzierungen oder Stuckelemente.

Das Berliner System erhielt seinen Namen aufgrund der sehr starken Verbreitung in sehr kurzer Zeit über das gesamte Stadtgebiet. Noch heute lassen sich Treppenhäuser nach dieser Bauweise an jeder Ecke bewundern.

Beispiel einer Treppenanlage nach dem Berliner System.

 

Die richtige Planung einer Handwerksarbeit gehört schon immer zu den Aufgaben angehender Gesellen und Meister. Dies gilt umso mehr, wenn es um das eigene Gesellen- oder Meisterstück geht. Diese Modelle sind genauso unverkäuflich, wie die Gesellen- oder Meisterstücke selbst. Zu viel Herzblut, Schweiß, Zeit und Nerven werden darin investiert, als dass ein marktgerechter Preis dies widerspiegeln könnte.

Durch glückliche Umstände sind wir in den Besitz eines Spindeltreppenmodells von 1873 gelangt. Das Modell zeigt das Gesellenstück von Zimmerer Ernst Trigloff, das er im Juni 1873 den Prüfern im brandenburgischen Wusterhausen / Dosse vorgestellt hat. Wenn man bedenkt, dass es fast 150 Jahre alt ist, erstaunt es umso mehr, in welchen Zustand es bis heute erhalten geblieben ist. Die Verbindungen sind in einem einwandfreien Zustand. Nur der obere Teil wurde irgendwann mal erneuert. Dass Ernst Trigloff die Prüfung als Zimmerer geschafft hat beweist der Umstand, dass er Jahre später die Meisterprüfung abgelegt hat.

Über Generationen betrieben die Trigloffs in Wusterhausen eine Sägemühle und eine Zimmerei. Ein Geschäftsmodell, was in der Kombination sehr häufig betrieben wurde.

Der Treppenbau wurde vor 150 Jahren nahezu ausschließlich von Zimmerleuten ausgeführt. Dies war zum einem in den Kenntnissen der Baustatik und zum anderen in der Ausführung der Treppen begründet. Die Herstellung war für heutige Ansprüche eher rustikal, Einstemmungen wurden von Hand mit einem Stemmeisen vorgenommen, Verbindungen waren gezapft und genagelt. Die Oberflächen waren gehobelt und wurden von einem Maler meistens dick mit einer deckenden Farbe gestrichen. Der Übergang des Treppenbaus von den Zimmerleuten zu den Tischlern geschah erst vor 50-60 Jahren, als die Kunden immer filigranere Ausführungen und transparente Lackierungen verlangten.

 

Wer auf der Suche nach einer neuen Treppe ist, bemüht zu mehr als 95% das Internet. Je nachdem welche Suchbegriffe eingegeben werden, erscheinen tausende von Ergebnissen. Die entscheidende Frage aber bleibt dadurch immer noch ungelöst.

Wie bekomme ich als Kunde oder Planer ein qualifiziertes Treppenangebot?

Die Frage läßt sich nicht ganz eindeutig beantworten und wir haben auch keine Garantie, wie der von Ihnen gewählte Treppenbauer am schnellsten mit Ihnen Kontakt aufnimmt. Was wir aber aus der eigenen Arbeit wissen, je qualifizierter der Anfrage - je qualifizierter und schneller das Angebot oder die Information.

Hier einige Beispiel, wie sie jeden Tag bei irgendeinem Treppenbauer landen.

»Guten Tag

Ich bräuchte so eine ähnliche Treppe wie auf den Bildern was kostet sowas ungefähr ?

 

»Sehr geehrte Damen und Herren,

wir planen derzeitig unser Neubauprojekt und suchen noch eine passende Treppe.

Wir stellen uns eine gerade, offene Wangentreppe vor.

 

»Sehr geehrte Damen und Herren,

für unseren Neubau benötigen wir zwei Treppen (Keller-EG; EG-OG).

- Halbgewendelt

- Farbrichtung, wenn möglich anthrazit, weiß, grau

Können Sie uns diese anbieten?

Diese Art von Anfragen können zu keinem qualifizierten Angebot führen. Es fehlen die grundlegendsten Angaben, die eine Weiterbearbeitung und Bewertung unmöglich machen. Hier einige Tipps:

Punkt 1 - Name, Adresse, Telefonnummer

Auch wir Treppenbauer wollen wissen mit wem wir es zu tun haben. Also bitten nennen Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer. Weiterhin gehört dazu, wo das Bauvorhaben entsteht. Es ist für die Kalkulation nicht egal, ob sie in Stuttgart, Bremen oder Berlin bauen und auch nicht, in welcher Etage die Treppe montiert werden soll. Nachvollziehbar bedeutet die Montage zwischen Etage 5 und 6 einen größeren Aufwand als zwischen Keller- und Erdgeschoß

Punkt 2 - Pläne, Foto, Dokumente

Grundrisspläne, Schnitte, Bilder oder andere Dokumente helfen uns Treppenbauern ihr Projekt zu verstehen. Nur mit solchen Unterlagen können wir ein umfassendes Angebot erstellen, was zum Beispiel Deckenblenden, Brüstungsgeländer oder auch die geplante Stufenanzahl mit einschließt. Ausführliche Planunterlagen geben uns auch die Möglichkeit auf Kollisionspunkte mit anderen Gewerken hinzuweisen oder konstruktive Ideen für die optimale Gestaltung und Ausführung mit einfließen zu lassen.

Punkt 3 - Ihre Wunschtreppe

Sehr hilfreich für die Einschätzung, ob das Treppenbauunternehmen oder der Handwerker die Wunschtreppe herstellen oder liefern kann, sind Bilder. Pinterest und Co bieten unzählige Designvorlagen, die es auch dem Laien ermöglichen seine Wünsche zu visualisieren. Klare Aussagen sparen Zeit und Mühe auf beiden Seiten.

Punkt 4 - Ausführungszeiten und Budgets

Besonders, wenn der Kalender Feiertage wie Weihnachten, Ostern usw. bereit hält, geraten die meisten Bauherren ist eine Art Rauschzustand. Ausführungszeiten müssen realistisch sein, um eine Planung und Fertigung qualitätsgerecht umsetzen zu können. Aussagen wie "..wir wollen in drei Wochen ins neue Haus einziehen und brauchen noch eine Treppe..." sind leider selten realistisch. Involvieren Sie den Treppenbauer Ihrer Wahl so früh wie möglich in das Projekt. So können Doppelarbeiten oder Bauverzögerungen vermieden werden. Außerdem kann der Treppenbauer seine Arbeit seinerseits besser planen und eine fristgerechte Ausführung ist dadurch wesentlich wahrscheinlicher.

Die sorgfältige Planung des Budget sollte ebenfalls selbstverständlich sein. Nicht immer passen Wunschtreppe und geplantes Budget zusammen. Um so hilfreicher für die Angebotserstellung sind Informationen was sie für die Treppen ausgeben wollen oder können.

Angebote stellen einen Wert dar und sollten auch so betrachtet werden. Auch wenn sie in den meisten Fällen kostenlos erstellt werden, hat sich der Treppenbauer intensiv Gedanken zu ihrem Projekt gemacht, um die beste Lösung anbieten zu können. Je nach Umfang kommen so schnell mehrere hundert Euro zusammen. Schon aus Gründen des Respekt verbietet es sich eigentlich von selber mit den Angeboten und /oder Zeichnungen von Kollegen "hausieren" zu gehen. Des Weiteren sollte es selbstverständlich sein, ein Feedback zu dem ausgearbeiteten Angebot zu geben.

Nehmen sie sich die Zeit und prüfen sie den Treppenbauer anhand seiner Referenzen, ob dieser für ihr Projekt in Frage kommt. Erst dann senden sie ihre Anfrage. Qualitativ hochwertige Angebote kosten Geld und Zeit, aber letztlich gewinnen Kunde*Innen und Handwerker*Innen gleichermaßen.