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Kragarmtreppen stehen wie kaum eine  andere Treppenart für moderne, zeitlose Innenarchitektur. Minimalistisches Design, gepaart mit einer offenen, transparenten Optik stehen bei vielen Bauwilligen ganz oben auf der Wunschliste. Die gute Nachricht zuerst – grundsätzlich kann eine Kragarmtreppe in nahezu jedes Haus eingebaut werden. Jedoch müssen schon in der Planung einige Dinge berücksichtigt werden, damit der Wunsch nach einer Kragarmtreppe zum Schluss nicht nur ein Wunsch bleibt.

Betrachtet man die Kragarmtreppe von der konstruktiv-statischen Seite, so ist die Treppe eine Reihenfolge von „Sprungbrettern“, die ähnlich wie im Schwimmbad in den freien Raum auskragen. Im Schwimmbad ist das Auf- und Abschwingen gewünscht, gibt es dem Sprungwilligen doch noch zusätzlich Dynamik und Schwung. Bei einer Kragarmtreppe ist genau dieser Effekt komplett unerwünscht, damit ein sicheres Begehen der Treppe zu jeder Zeit und in allen Situationen gewährleistet ist.  Somit ist die Konstruktion der Kragarme in Kombination mit der Beschaffenheit der Wand das Geheimnis für eine schwingungsarme Treppe. Drei mögliche Kombinationen wollen wir an dieser Stelle einmal vorstellen.

Als erstes Beispiel
haben wir eine Stahl-Betonwand mit einer Stärke von mindestens 175 mm. Diese Wand ist zweifellos die beste Option für eine Kragarmtreppe, da sich an ihr sogenannte Einzelkonsolen aus Stahlprofilen sicher und dauerhaft befestigen lassen. Die Wand bietet den heute zur Verfügung stehenden Befestigungslösungen der Dübeltechnik im Klebe- oder Spreizverfahren ein Optimum der Auszugs- und Scheerwerte.



Beispiel von Einzelkonsolen an einer Stahlbetonwand



Beispiel einer Befestigung aus Klebe- & Hochleistungsankern

Der zweite Wandaufbau
sind gemauerte Wände zum Beispiel aus Kalksandsteinen. Damit auch hier eine ausreichende Verankerungstiefe der Dübeltechnik und eine ausreichende Stabilität erreicht werden kann, muss die Wand schon eine Dicke von 240 mm aufweisen. Für die Kragarmkonstruktion kommt bei dieser Wand allerdings keine Einzelkonsole mehr in Frage. Hier muss mindestens mit einer Flachstahlwange als Basis für die Kragarme gearbeitet werden. Nur so lassen sich genügend viele Befestigungspunkte setzen und die auftretenden Lasten sicher das Mauerwerk ableiten. Eine Einzelkonsole würde sich mit der relativ geringen Auflagerfläche einfach in den Stein eindrücken. Die Wange selbst kann in eine Mauerwerkstasche eingelegt und später überputzt werden oder man stellt vor die Mauerwand noch eine Verkleidungsschale aus Trockenbau oder einem anderen Material, um die Wange zu verstecken.



Beispiel einer Kragarmkonstruktion an der einer gemauerten Wand

Die dritte Konstruktionsvariante
für eine Kragarmtreppe kommt für alle nichttragenden Wandkonstruktionen infrage. Bei dieser Situation muss die Kragarmtreppe in sich komplett verwindungssteif konstruiert werden, um den Anforderungen zu genügen. Dies kann man mit einem ausreichend dimensionierten U- oder Kastenträger erreichen, der als Wange fungiert und an den die Kragarme angeschweißt sind. Im Boden- und Deckenbereich muss mit entsprechenden Konsolen gearbeitet werden, die einem Verdrehen entgegen wirken. Je nach Treppenlänge und Auskragung kann eine zwischen Decke und Boden eingespannte Stütze zusätzliche Stabilität bringen. Auch diese komplexe Treppenkonstruktion kann in einer Wandkonstruktion versteckt werden, so dass nur noch die Kragarme aus der Wand hervorstehen.



Beispiel einer Kragarmkonstruktion mit einem torsionsarmen Kastenprofil

Die tragenden Kragarme aus Stahlprofilen sind in der Regel nicht das, was sich der Kunde als finale Stufenoptik vorstellt. Schalen aus Massivholz oder Plattenwerkstoffen mit Oberflächen aus Holz, Mineralwerkstoffen, Beton oder anderen Bodenbelägen verdecken die Unterkonstruktion. So entsteht der Eindruck einer aus der Wand auskragenden Stufe, die in der Gestaltung und Optik individuell angepasst werden kann. Selbstverständlich kann eine solche Kragarmtreppe mit einer Beleuchtung und Absturzsicherung ausgestattet werden.

Abschließend wollen wir noch auf zwei Punkte hinweisen, die in der Praxis immer leicht außer Acht gelassen werden. Erstens. Eine Schallentkopplung kann es bei dieser Treppenkonstruktion nicht geben. Jede Art von Trennlage aus Gummi oder ähnlichen Materialien hat eine gewisse Kompression, die der Stabilität der Kragarmkonstruktion entgegen wirkt. Dies muss bei der Planung des Hauses berücksichtigt werden. Der zweite Punkt betrifft den Übergang von der Stufenschale mit der finalen Wandfläche. Da hier in der Regel die Stufe und die Wand direkt aneinander stoßen sollte die Wandbeschichtung entsprechend wischresistent sein. Anderenfalls führt die Reinigung der Treppe automatisch zu einem Verschmutzen der Wand, was nach kurzer Zeit schon sehr unansehnlich aussehen kann.

 

 
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Kragarmtreppen stehen wie kaum eine  andere Treppenart für moderne, zeitlose Innenarchitektur. Minimalistisches Design, gepaart mit einer offenen, transparenten Optik stehen bei vielen Bauwilligen ganz oben auf der Wunschliste. Die gute Nachricht zuerst – grundsätzlich kann eine Kragarmtreppe in nahezu jedes Haus eingebaut werden. Jedoch müssen schon in der Planung einige Dinge berücksichtigt werden, damit der Wunsch nach einer Kragarmtreppe zum Schluss nicht nur ein Wunsch bleibt.

Betrachtet man die Kragarmtreppe von der konstruktiv-statischen Seite, so ist die Treppe eine Reihenfolge von „Sprungbrettern“, die ähnlich wie im Schwimmbad in den freien Raum auskragen. Im Schwimmbad ist das Auf- und Abschwingen gewünscht, gibt es dem Sprungwilligen doch noch zusätzlich Dynamik und Schwung. Bei einer Kragarmtreppe ist genau dieser Effekt komplett unerwünscht, damit ein sicheres Begehen der Treppe zu jeder Zeit und in allen Situationen gewährleistet ist.  Somit ist die Konstruktion der Kragarme in Kombination mit der Beschaffenheit der Wand das Geheimnis für eine schwingungsarme Treppe. Drei mögliche Kombinationen wollen wir an dieser Stelle einmal vorstellen.

Als erstes Beispiel

haben wir eine Stahl-Betonwand mit einer Stärke von mindestens 175 mm. Diese Wand ist zweifellos die beste Option für eine Kragarmtreppe, da sich an ihr sogenannte Einzelkonsolen aus Stahlprofilen sicher und dauerhaft befestigen lassen. Die Wand bietet den heute zur Verfügung stehenden Befestigungslösungen der Dübeltechnik im Klebe- oder Spreizverfahren ein Optimum der Auszugs- und Scheerwerte.

Beispiel von Einzelkonsolen an einer Stahlbetonwand

Beispiel einer Befestigung aus Klebe- & Hochleistungsankern

Der zweite Wandaufbau
sind gemauerte Wände zum Beispiel aus Kalksandsteinen. Damit auch hier eine ausreichende Verankerungstiefe der Dübeltechnik und eine ausreichende Stabilität erreicht werden kann, muss die Wand schon eine Dicke von 240 mm aufweisen. Für die Kragarmkonstruktion kommt bei dieser Wand allerdings keine Einzelkonsole mehr in Frage. Hier muss mindestens mit einer Flachstahlwange als Basis für die Kragarme gearbeitet werden. Nur so lassen sich genügend viele Befestigungspunkte setzen und die auftretenden Lasten sicher das Mauerwerk ableiten. Eine Einzelkonsole würde sich mit der relativ geringen Auflagerfläche einfach in den Stein eindrücken. Die Wange selbst kann in eine Mauerwerkstasche eingelegt und später überputzt werden oder man stellt vor die Mauerwand noch eine Verkleidungsschale aus Trockenbau oder einem anderen Material, um die Wange zu verstecken.

Beispiel einer Kragarmkonstruktion an der einer gemauerten Wand

Die dritte Konstruktionsvariante
für eine Kragarmtreppe kommt für alle nichttragenden Wandkonstruktionen infrage. Bei dieser Situation muss die Kragarmtreppe in sich komplett verwindungssteif konstruiert werden, um den Anforderungen zu genügen. Dies kann man mit einem ausreichend dimensionierten U- oder Kastenträger erreichen, der als Wange fungiert und an den die Kragarme angeschweißt sind. Im Boden- und Deckenbereich muss mit entsprechenden Konsolen gearbeitet werden, die einem Verdrehen entgegen wirken. Je nach Treppenlänge und Auskragung kann eine zwischen Decke und Boden eingespannte Stütze zusätzliche Stabilität bringen. Auch diese komplexe Treppenkonstruktion kann in einer Wandkonstruktion versteckt werden, so dass nur noch die Kragarme aus der Wand hervorstehen.

Beispiel einer Kragarmkonstruktion mit einem torsionsarmen Kastenprofil

Die tragenden Kragarme aus Stahlprofilen sind in der Regel nicht das, was sich der Kunde als finale Stufenoptik vorstellt. Schalen aus Massivholz oder Plattenwerkstoffen mit Oberflächen aus Holz, Mineralwerkstoffen, Beton oder anderen Bodenbelägen verdecken die Unterkonstruktion. So entsteht der Eindruck einer aus der Wand auskragenden Stufe, die in der Gestaltung und Optik individuell angepasst werden kann. Selbstverständlich kann eine solche Kragarmtreppe mit einer Beleuchtung und Absturzsicherung ausgestattet werden.

Abschließend wollen wir noch auf zwei Punkte hinweisen, die in der Praxis immer leicht außer Acht gelassen werden. Erstens. Eine Schallentkopplung kann es bei dieser Treppenkonstruktion nicht geben. Jede Art von Trennlage aus Gummi oder ähnlichen Materialien hat eine gewisse Kompression, die der Stabilität der Kragarmkonstruktion entgegen wirkt. Dies muss bei der Planung des Hauses berücksichtigt werden. Der zweite Punkt betrifft den Übergang von der Stufenschale mit der finalen Wandfläche. Da hier in der Regel die Stufe und die Wand direkt aneinander stoßen sollte die Wandbeschichtung entsprechend wischresistent sein. Anderenfalls führt die Reinigung der Treppe automatisch zu einem Verschmutzen der Wand, was nach kurzer Zeit schon sehr unansehnlich aussehen kann.